Wie erklärt man einem Kind, dass ein Bruder oder eine Schwester gestorben ist? Wie findet eine Familie Worte, wenn ein Baby schon während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz danach stirbt? Für solche Gespräche gibt es keine einfachen Sätze. Aber es gibt Bücher, die vorsichtig Türen öffnen.
Das Sternenzelt Oberhausen hat deshalb mehrere neue Bücher angeschafft, die Familien ab sofort ausleihen oder vor Ort anschauen können. Im Mittelpunkt stehen Bücher für Kinder, die um ein Geschwisterkind trauern, sowie Literatur für Eltern, Angehörige und Fachkräfte rund um Sternenkinder.
„Bücher können Eltern helfen, mit Kindern über den Tod ins Gespräch zu kommen“, sagt Nicole Peters-Bokelmann, 1. Vorsitzende des Sternenzelt Oberhausen. „Aber nicht jedes Buch passt zu jeder Familie. Deshalb ist es wichtig, vorher zu spüren: Stimmen Geschichte, Sprache und Bilder für uns?“
Viele der neuen Titel sind zwar bestellbar, stehen aber nicht selbstverständlich in jeder Buchhandlung oder Bücherei. Dazu gehören unter anderem „Vergebliches Warten – Familie Vogel und der Abschied für immer“, „Lotte – deine Sternenschwester“ und „Lilly ist ein Sternenkind“. Ergänzend hat das Sternenzelt auch Fachliteratur angeschafft, die Erwachsene in der Begleitung unterstützt.
Trauer gehört seit jeher ins Sternenzelts. In den Gruppen trauern Kinder um Mütter, Väter, Großeltern. Und immer wieder sind auch Kinder dabei, deren Bruder oder Schwester gestorben ist. Eine besondere Situation entsteht, wenn ein Baby rund um Schwangerschaft, Geburt oder kurz danach verstirbt. „Dann geht es darum, gemeinsam mit den Eltern zu überlegen, wie der Verlust für das oft noch sehr junge Kind begreifbar werden kann“, sagt Peters-Bokelmann.
Rund 4.500 Kinder sterben in Deutschland jedes Jahr kurz vor, während oder innerhalb der ersten vier Wochen nach der Geburt. Für zurückbleibende Geschwister gibt es dennoch nur wenige gezielte Angebote. „Das Thema Sternenkinder ist noch immer ein Nischenthema, wodurch die Geschwister leicht aus dem Blick geraten“, sagt Peters-Bokelmann. „Und natürlich brauchen sie Worte, Bilder und Erwachsene, die ihre Fragen aushalten.“
Die neuen Bücher stehen unter anderem in der neuen Beratungsstelle FIBS in Oberhausen Sterkrade. Dort ist das Sternenzelt ebenfalls verortet und dort finden auch Beratungsgespräche statt. Familien können sich melden, wenn sie ein Buch ausleihen, gemeinsam anschauen oder über eine passende Begleitung sprechen möchten.
Bei Sternenkindern arbeitet das Sternenzelt außerdem eng mit der Oberhausener Abteilung von donum vitae zusammen. So können Familien vor Ort die Unterstützung finden, die gerade am besten passt.

