Für Sabine Schrade begann die Verbindung zum Sternenzelt lange vor ihrem neuen Vorstandsamt. Nachdem ihr Mann gestorben war, besuchte ihr jüngster Sohn ab 2009 für rund zwei Jahre eine Trauergruppe des Sternenzelts. Heute, 17 Jahre später, ist Schrade die neue 2. Vorsitzende des Vereins.
Seit Juli hat sie das Amt inne. Susanne Overbeck hatte die Funktion auf eigenen Wunsch abgegeben. Für Schrade ist der Schritt in den Vorstand trotzdem kein wirklicher Neuanfang. Dafür ist ihre Geschichte mit dem Sternenzelt zu lang – und zu eng mit ihrer eigenen Biografie verbunden.
2012 begann sie als Koordinatorin beim Ambulanten Hospiz Oberhausen e.V. zu arbeiten. Weil das Hospiz schon damals eng mit dem Sternenzelt zusammenarbeitete, übernahm Schrade bald eine erste aktive Aufgabe: Sie begleitete die Angehörigengruppe für die Eltern der Kinder, die parallel die Trauergruppe besuchten. Aus der eigenen Erfahrung als Mutter wurde nach und nach eine fachliche Aufgabe.
Schrade ist Erzieherin, Familientrauerbegleiterin und Palliative-Care-Fachkraft. Bis 2023 arbeitete sie für den Ambulanten Hospizverein, heute ist sie als pädagogische Fachkraft in einer Wohnstätte der Albert-Schweitzer-Einrichtungen in Dinslaken tätig. Dem Sternenzelt blieb sie durch all diese Jahre verbunden – auch auf dem Weg zum eigenständigen Verein. Seit rund fünf Jahren leitet sie außerdem die Waldtrauergruppe, die sich im Wald an der Hühnerheide im Bereich Ravenhorst trifft.
Als sie gefragt wurde, ob sie die Aufgabe der 2. Vorsitzenden übernehmen wolle, musste sie deshalb nicht lange überlegen. „Ich habe sofort gesagt: Ja, das mache ich. Für mich stand das gar nicht zur Debatte.“ Für sie sei das ein Schritt, der sich einfach aus den vergangenen Jahren ergeben habe: „Es ist wie ein organischer Prozess, der dann einfach weitergeht.“
An ihrer praktischen Arbeit mit den Kindern ändert das neue Amt wenig. Und auch ein neues Gefühl der Zugehörigkeit braucht Schrade nicht. „Ich habe mich ja immer schon zugehörig gefühlt.“
Vielleicht beschreibt genau das ihre Rolle am besten. Sabine Schrade kennt das Sternenzelt aus der Sicht einer betroffenen Mutter, aus der fachlichen Arbeit mit Familien und aus vielen Jahren eigener Gruppenleitung. Was ihr an diesem Ort bis heute wichtig ist, fasst sie schlicht zusammen: „Das Sternenzelt ist für die Oberhausener Kinder eine besonders gute Anlaufstelle in ihrer Trauer.“

