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Ein feinfühliger Artikel

25.März 2026 | News

Es war kein gewöhnlicher Zeitungstext – und auch kein gewöhnlicher Gruppenabend. Als die WAZ über die Gruppe für verwaiste Eltern im Sternenzelt Oberhausen e.V. berichtete, entstand ein ungewöhnlich großer und bemerkenswert einfühlsamer Artikel über ein Thema, das im Alltag oft im Verborgenen bleibt: die Trauer von Müttern und Vätern um ihr verstorbenes Kind. Ausgangspunkt war der Wunsch an die WAZ, den nun zweiten Kurs für verwaiste Eltern öffentlich zu machen. Zu groß ist die Nachfrage nach diesem sehr besonderen Gruppenangebot. Dass daraus eine so sorgfältige und sensible Begleitung wurde, war für alle Beteiligten etwas Besonderes.

Miriam Kollarczik, Mitarbeiterin der psychologischen Beratungsstelle und langjährige Begleiterin des Sternenzelts, bereitete den Besuch der WAZ-Journalistin gemeinsam mit der Gruppe behutsam vor. Denn klar war von Anfang an: Ein solcher Einblick verlangt großes Vertrauen. Und dieses Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Die Journalistin nahm sich Zeit, beobachtete das Einführungsritual, stellte respektvolle Fragen und zog sich dort zurück, wo Nähe Schutz brauchte. So konnte ein Artikel entstehen, der nicht auf Wirkung setzte, sondern auf Würde. Einer, der das Leid nicht ausstellte, sondern den Menschen und dem Wert des Angebots gerecht wurde.

„Für die Gruppe war das keine leichte Entscheidung, weil es um ein sehr persönliches und anrührendes Thema geht. Umso wichtiger war, dass die Begegnung mit so viel Einfühlungsvermögen gestaltet wurde“, sagt Miriam Kollarczik.
Die Gruppe für verwaiste Eltern besteht inzwischen seit vier Jahren und war damals ein neues, in dieser Form außergewöhnliches Angebot in Oberhausen. Bis heute bietet sie betroffenen Eltern einen geschützten, moderierten Raum mit Ritualen, festen Strukturen und Themen, die aus der Gruppe selbst kommen. Hier geht es um Schlaflosigkeit, um Feiertage, um das Weiterleben mit dem Verlust – und um die Erfahrung, mit all dem nicht allein zu sein. Eine zweite Gruppe soll nun folgen.

„Viele Teilnehmende schätzen sehr, dass die Gruppe einen klaren Rahmen hat – mit Ritualen, Moderation und der Möglichkeit, eigene Themen einzubringen. Genau das trägt und entlastet“, so Kollarczik. Dass die WAZ diesem Gruppenangebot so viel Raum gegeben hat, zeigt, wie viel journalistische Sorgfalt bewegen kann: Sie macht sichtbar, was sonst leicht übersehen wird – und öffnet den Blick für eine Trauer, die Öffentlichkeit verdient, ohne ihre Intimität zu verlieren.

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