Die Sommerferien sind fast vorbei und in unserem Sternenzelt beginnt wieder der Alltag. So traf sich am 31. August die erste Kindertrauergruppe nach der Ferienpause. Und obwohl dieser Montag noch in den Ferien lag, kamen neun Kinder ins Sternenzelt. „Ich hatte vorher bei den Familien abgefragt, wer schon kommen möchte. Dass es dann so viele waren, hat mich wirklich gefreut“, erzählt die erste Vorsitzende Nicole Peters-Bokelmann.
Dabei brachte das erste Treffen gleich Bewegung in die Gruppe: Zwei Kinder waren zum allerersten Mal dabei, ein weiteres Mädchen hatte erst kurz vor den Ferien das Sternenzelt kennengelernt. Peters-Bokelmann hatte an diesem ersten Treffen vor allem ein Ziel: Zeit schenken! Zeit zum Ankommen, zum Kennenlernen und zum vorsichtigen „Beschnuppern“, bevor es um Gefühle, Trauer oder Erlebtes geht.
Beinahe spielerisch entsteht so in kurzer Zeit echte Nähe. Und nicht nur das Kennenlernspiel mit einem Wollknäuel macht dieses Gefühl sichtbar: „Jedes Kind hält ein Stück des Fadens fest und wirft das Knäuel weiter. Nach und nach entsteht so ein Netz zwischen den Kindern, das richtig spürbar ist“, sagt Peters-Bokelmann. Und weiter: „Wenn dann ein Kind anfängt, über das Erlebte zu sprechen, erzählen oft auch die anderen. Das schafft eine ganz besondere Atmosphäre.“
Das gilt selbst für Kinder, in deren Familien die Trauer sonst kaum zur Sprache kommt. Im Sternenzelt erleben sie andere Kinder, die Ähnliches kennen im geschützten Sternenzeltraum, in dem alle zuhörten und niemand etwas sagen muss.
Und natürlich sind die Stunden nicht nur von tiefen Gesprächen geprägt – es wird auch gelacht, gespielt und gebastelt. Beim ersten Treffen entstanden so Sorgenfresser und Brülltüten: fantasievoll gestaltete Papiertüten, in die Sorgen verschwinden oder der Ärger auch einmal laut hineingebrüllt werden darf. Gerade beim gemeinsamen Werkeln entstehen oft ganz beiläufig Gespräche, bei denen die Kinder schauen, was die anderen machen, untereinander Fragen stellen und so miteinander in Kontakt kommen.
Für Nicole Peters-Bokelmann war der Auftakt deshalb ein besonders schöner: „Gestern hat das wieder total gut funktioniert. Am Ende sind alle fröhlich nach Hause gegangen.“ Vielleicht ist genau das eine der besonderen Seiten des Sternenzelts: Trauer darf hier ausdrücklich ihren Platz haben und muss nicht alles bestimmen.

