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Kindertrauer in der Forschung

20.Jan. 2026 | News

Trauer bei Kindern und Jugendlichen ist kein Randthema. Sie betrifft viele Familien – oft leise, oft im Verborgenen. Im Sternenzelt erleben wir beinahe täglich, wie tief ein Verlust das Leben junger Menschen erschüttern kann. Dass gezielte Begleitung hilft, ist für uns gelebte Erfahrung. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen einmal mehr, wie wirksam diese Unterstützung tatsächlich ist.

So veröffentlichte eine große Meta-Analyse 2024 im renommierten Journal of Affective Disorders, dazu eine belastbare Untersuchung. Das international anerkannte Fachjournal zählt zu den führenden Publikationen im Bereich psychische Gesundheit und veröffentlicht ausschließlich Studien, die zuvor von unabhängigen Fachleuten geprüft wurden.

Erarbeitet hat diese Übersichtsarbeit eine deutsche Forschungsgruppe aus der klinischen Psychologie, von der Katholische Universität Eichstätt‑Ingolstadt sowie der Brandenburgischen Medizinischen Schule Theodor Fontane. Die Autor:innen befassen sich in ihrer Forschung seit Jahren mit Trauerprozessen, psychischer Belastung und therapeutischer Unterstützung.

Für die spezielle Analyse werteten die Forscher:innen 39 internationale Studien mit mehr als 5.500 trauernden Kindern und Jugendlichen aus. Ziel war es zu untersuchen, ob psychosoziale Unterstützungsangebote – etwa Gespräche, Gruppenarbeit oder strukturierte Trauerbegleitung – jungen Menschen nach einem Verlust messbar helfen können. Die Arbeit entstand aus einem rein wissenschaftlichen Interesse, nicht im Auftrag einer Institution oder Organisation.

Das Ergebnis ist eindeutig: In der Trauer begleitete Kinder und Jugendliche zeigen im Durchschnitt weniger belastende Trauersymptome. Besonders deutlich sind die positiven Effekte bei jungen Menschen mit hohem Leidensdruck oder zusätzlichen Belastungen wie Angst, depressiven Symptomen oder traumatischen Erinnerungen. Die Forschung zeigt zudem: Frühe Unterstützung kann langfristige seelische Folgen abmildern und die innere Widerstandskraft stärken.

Für uns als Sternenzelt ist das eine wichtige Bestätigung unserer Arbeit! 

„Wir sehen wieder einmal: Trauer braucht Raum, Zeit und verlässliche Begleitung – gerade bei Kindern und Jugendlichen“, sagt unsere 1. Vorsitzende Nicole Peters-Bokelmann. „Dass was wir hier täglich tun, ist nicht nur gut gemeint, sondern nachweislich wirksam.“

Diese Erkenntnisse unterstreichen, wie wichtig qualifizierte Angebote für trauernde Kinder, Jugendliche und ihre Familien sind.
Trauerbegleitung ist kein Luxus, sondern eine wirksame Unterstützung – heute und in Zukunft.

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