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Der Weg ins Sternenzelt

10.Feb. 2026 | News

Das Sternenzelt Oberhausen e.V. wird immer häufiger als verlässliche Anlaufstelle wahrgenommen, wenn Kinder und Familien Unterstützung in belastenden Lebenssituationen brauchen. Dabei gilt: Die Wege zu uns haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert – und erweitert.

Immer öfter kommen Familien nicht mehr zufällig oder ausschließlich aus eigener Initiative zum Sternenzelt Oberhausen e.V., sondern über unser tragfähiges Netzwerk. Schulen, Schulsozialarbeit, Kinder- und Jugendpsycholog:innen, Kinder- und Jugendärzt:innen, die Notfallseelsorge sowie Jugendhilfeträger. Sie alle weisen gezielt auf unser Angebot hin. Auch über das Palliativnetz Oberhausen e.V. entstehen wichtige Kontakte.

„Wir merken eindeutig, dass diese Einrichtungen uns immer mehr auf dem Schirm haben und Familien aktiv ermutigen, sich bei uns zu melden“, beschreibt die erste Vorsitzende des Sternenzelts, Nicole Peters-Bokelmann, die Entwicklung. Das bestätigt: Die Netzwerkarbeit wirkt – und sie trägt den systemischen Gedanken weiter, der das Sternenzelt seit jeher prägt. Denn betroffen ist nie nur das einzelne Kind, sondern immer auch das Umfeld. Eben: das System.

Gerade im schulischen Kontext zeigt sich die Bedeutung dieser Zusammenarbeit. Schulsozialarbeit leistet viel, stößt im Alltag jedoch an Grenzen. Hier kann das Sternenzelt anknüpfen und beispielsweise die Trauerarbeit vertiefen. „Wenn Kinder zusätzlich ans Sternenzelt angebunden sind, gibt das nicht nur ihnen, sondern dem gesamten System spürbar mehr Sicherheit“, so die Vorsitzende. Rückmeldungen dazu kommen vor allem von den Familien selbst – oft sehr persönlich und dankbar.

Mit den steigenden Anfragen entwickeln sich auch die Gruppen weiter. Aktuell gibt es acht Gruppen, darunter auch die Gruppe der verwaisten Eltern. Durch natürliche Übergänge – Kinder verlassen nach einer gewissen Zeit die Gruppe, neue rücken nach – bleibt Bewegung im System. Zurzeit sind in ein bis zwei Gruppen noch Plätze frei.

Die Gruppengröße ist bewusst überschaubar: Mit zwei Begleitungen liegt sie bei maximal zwölf Kindern und pendelt sich im Alltag bei etwa acht ein. Die durchschnittliche Dauer der Teilnahme beträgt dann rund eineinhalb Jahre – genug Zeit, um Stabilität zu finden, Gefühle zu sortieren und neue Wege zu gehen.

All das zeigt: Das Sternenzelt Oberhausen ist nicht nur aktiv, sondern fest im palliativen- und hospizlichen Kontext verankert. Durch Vernetzung, fachliche Zusammenarbeit und kontinuierliche Gruppenarbeit wächst der Wirkungskreis stetig weiter – immer mit dem Ziel, Kindern und Familien Raum, Halt und Perspektiven zu geben, wenn ein naher Zugehöriger verstorben ist.

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